Die Chronik der Modellbahnfreunde Kienberg-Gaming

Nachdem bereits in den achtziger Jahren mehrere Modellbahnbegeisterte aus Gaming und Umgebung während der Weihnachtsausstellungen in Gaming Modellbahnen aufbauten und nachher wieder wegreißen mussten, entschieden sich die Modellbahner, einen Verein zu gründen, mit dem Ziel, eine vereinseigene Anlage zu bauen, welche nicht mehr alle Jahre zerlegt werden musste. Da zur Zeit der Vereinsgründung 1992 kein eigener Raum zur Verfügung stand, wurden fünf Teile mit dem darauf befindlichen Bahnhof Mitterau gebaut, welche vorerst in privaten Räumen der Mitglieder gelagert werden sollten.
Dank der Hilfe des damaligen Bürgermeisters Herrmann Lechner konnte jedoch noch während der Bauzeit der Teile 1993 ein im Besitz der Gemeinde befindlicher, ehemaliger Tanzsaal zur Hälfte für den Verein zur Verfügung gestellt werden.
Darin entstand nun, aufbauend auf dem Bahnhof Mitterau eine U-förmige Anlage mit zweigleisiger Hauptstrecke, eingleisiger Nebenbahn, Schmalspurbahn, mehreren Bahnhöfen und Schattenbahnhöfen.
Nach zehnjähriger Bauzeit, kurz vor der Fertigstellung, wurde jedoch das Objekt an Privat verkauft und der Verein musste ausziehen.
Nach neuerlicher Herbergssuche konnte der Verein 2003 das Dachgeschoss im ehemaligen Feuerwehrhaus von der Gemeinde mieten. Nach viel Umbau- und Adaptierungsarbeit konnte der Verein in sein neues Domizil einziehen.
Da machte es sich bezahlt, dass der Bahnhof Mitterau in fünf Einzelteile zerlegt werden konnte, die anderen Teile mussten total abgerissen werden.

Im neuen Vereinsheim wurde, jedoch aufbauend auf den "herübergeretteten" Bahnhof Mitterau, ein völlig neues Anlagenkonzept erstellt, welches dank der in die Dachschräge hinein gebauten Schattenbahnhöfe auch mehr Platz für die Besucher übrig lässt.
Der erste Teil mit dem ersten zehngleisigen Schattenbahnhof, dem renovierten Bahnhof Mitterau und der davon ausgehenden Schmalspurbahn konnte nun bereits vollendet werden. Von vorher 7,5m Länge konnte dieser Teil nun auf gut 10m verlängert werden und zeigt nun Teile der Ybbstalbahn-Bergstrecke wie eine Trestleworkbrücke und den Bahnhof Pfaffenschlag sowie die in dieser Gegend vorherrschenden Felsen aus Gutensteiner Kalk sowie unzählige Bäume und vieles mehr!
Die Streckenlänge der Bergstrecke beträgt übrigens etwa 27 Meter!
Im Schmalspurteil wurden 26 Weichen verlegt.

Der zweite Teil der U-förmigen Anlage mit weiteren zwei zehngleisigen Schattenbahnhöfen, dem Hauptbahnhof mit Verschiebebahnhof, Frachtenbahnhof mit Containerbahnhof, Zugförderung mit Drehscheibe etc. konnten 2007 gleismäßig fertig gestellt werden (über 300 Meter Gleis und 124 Weichen insgesamt).
Bis 2009 wurde der neue Teil dann auch mit der Steuerung ausgestattet und danach die Steuerung des "alten" Teiles Mitterau den neuen Gegebenheiten angepasst.
Die Schmalspurbahn erhielt eine Automatiksteuerung, welche es gestattet, sechs Züge der Reihe nach auf die Reise zu schicken. Auch wurde in der Stadt Grossgaming eine Buslinie (Faller Car System) eröffnet. Parallel dazu wird natürlich auch an der Ausgestaltung der Landschaft gearbeitet. Weiters wurde auch die Fahrleitung (Oberleitung) endlich fertig. Sie ist ohne elektrische Funktion und ein Kompromiss aus Vorbildtreue und Modellbahnfunktion, da angestrebt wird, in Zukunft "bügelhoch" fahren zu können. Testfahrten stehen noch aus. Die Stadt und die in Ihr verkehrende Straßenbahn sind noch in Arbeit, die dafür notwendige Zeit und eventuell mehr mitarbeitende Mitglieder fehlten uns noch, aber geht das nicht den meisten Vereinen so?

 

 

 

Die Modellbahnfreunde Kienberg-Gaming trauern um ihren Obmann Franz Heigl, der am 4. Januar 2013 im 60. Lebensjahr verstorben ist.

 

 

Bereits in früher Jugend war Franz ein begeisterter Hobbyeisenbahner.Durch die Faszination Eisenbahn kam er zur ÖBB, wo er nach seiner Lehrzeit als Heizer und anschließend als Lokführer tätig war.

 

1992 gründete er mit Gleichgesinnten die ModellbahnfreundeKienberg – Gaming, in der

Ötscherlandstraße 28. Nach dem Besitzerwechsel des Hauses zog der Verein mit Teilen seiner Anlage in die Kirchsteingasse 2 in Gaming, wo alljährlich im Advent die Besichtigung der Vereinsanlage möglich ist.

 

Wir werden unseren Obmann Franz Heigl ewig in Erinnerung behalten.